Der Klang von Schafglocken, Herden, die durch die Straßen ziehen, und Einheimische wie Gäste, die gemeinsam am Wegesrand stehen bleiben – der Große Herbst-Redyk in Szczawnica gehört zu den Veranstaltungen, die man nicht nur von einer Tribüne aus verfolgt. Er ist ein lebendiger Teil der Hirtentradition der Pieniny, mitten im Zentrum des Kurortes. Es lohnt sich zu kommen – nicht nur wegen regionaler Spezialitäten oder Fotos mit Schafen, sondern vor allem, um den örtlichen Rhythmus zu erleben, den an diesem Tag tatsächlich der Weg der Herde vorgibt.

Was ist der Große Herbst-Redyk in Szczawnica?

Der Redyk ist der traditionelle Abtrieb der Schafe von den Hochweiden (poln. hale) nach dem Ende der Weidesaison – vergleichbar mit dem Almabtrieb in den Alpen. In der Kultur der Karpaten war er nie nur eine praktische Rückkehr der Tiere aus den Bergen. Er markierte das Ende einer arbeitsreichen Zeit für die Bacas (Oberhirten), die Juhasen (Hirten) und die Herdenbesitzer und war zugleich ein Treffen der Gemeinschaft, die mit der Schafhaltung verbunden ist.

Die Herbstausgabe der Veranstaltung erinnert daran, dass die Pieniny mehr sind als Wanderwege, Floßfahrten auf dem Dunajec und Spaziergänge im Kurort. Hinter den touristischen Attraktionen leben bis heute Berufe, Bräuche und Höfe weiter, die die Identität der Region prägen. Der Zug der Herde bietet die Gelegenheit, diese Tradition in Bewegung zu erleben – und nicht nur als Museumsexponat.

Das Programm kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Neben dem eigentlichen Redyk bieten die Veranstalter mitunter regionale Musik, Vorführungen von Kunsthandwerkern, einen Markt mit lokalen Produkten, Käseverkostungen, Workshops für Kinder oder weitere Auftritte an. Der Höhepunkt bleibt jedoch der Zug der Schafe und Hirten durch Szczawnica. Genau er lockt sowohl Menschen an, die diese Tradition seit Jahren kennen, als auch Touristen, die die Pieniny zum ersten Mal besuchen.

Warum findet der Redyk im Herbst statt?

Die Beweidung der Bergwiesen folgt einem natürlichen Kalender. Im Frühjahr ziehen die Schafe auf die Weiden, und wenn die Saison endet und die Bedingungen in den Bergen keine längere Beweidung mehr zulassen, kehren sie näher zu den Höfen zurück. Der Herbst-Redyk ist also an den tatsächlichen Arbeitsrhythmus, das Wetter und die Sorge um die Tiere gebunden.

Für Besucher bedeutet das auch eine besondere Atmosphäre. Szczawnica wirkt dann meist weniger sommerlich und mehr nach Gebirge: Die Morgen können kühl sein, das Wetter kann schnell umschlagen, und entlang der Strecke sieht man mehr Menschen in Jacken als in Urlaubskleidung. Das ist kein Nachteil, sondern Teil des Charakters dieser Begegnung. Wer gut vorbereitet ist, kann einige Stunden an der frischen Luft verbringen und den Redyk mit einem Stadtbummel oder einem kurzen Ausflug in die Pieniny verbinden.

Wie plant man den Besuch?

Bei einer Veranstaltung im öffentlichen Raum der Stadt sind aktuelle organisatorische Informationen das Wichtigste. Datum, Beginn, genaue Route des Umzugs, Orte der Begleitveranstaltungen und mögliche Verkehrsänderungen können sich von Jahr zu Jahr unterscheiden. Verlassen Sie sich bei der Planung nicht auf einen Bericht von vor einigen Jahren, auch wenn das Programm vertraut klingt.

Prüfen Sie vor der Abreise vor allem die Mitteilung des Veranstalters und den aktuellen Eintrag zur Veranstaltung. Achten Sie auf Angaben zur Uhrzeit, zum Treffpunkt oder zu den besten Aussichtspunkten, zu Parkplätzen, Anfahrtsmöglichkeiten und Teilnahmeregeln. Auf Warto przyjść lohnt es sich, die Kartenansicht sowie die Filter für Datum und Ort zu nutzen, um den Redyk mit anderen Veranstaltungen zu kombinieren, die am selben Wochenende in Szczawnica stattfinden.

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, planen Sie einen Zeitpuffer ein. Am Tag einer großen Veranstaltung können beliebte Parkplätze früher belegt sein, und Straßenabschnitte entlang der Route der Herde können zeitweise schwerer befahrbar sein. Wer in Szczawnica übernachtet, hat es oft bequemer, weil das Zentrum zu Fuß erreichbar ist. Bei einem Tagesausflug sollten Sie nicht erst genau zum Beginn eintreffen.

Kleidung und Dinge, die wirklich nützlich sind

Eine komplette Bergausrüstung ist nicht nötig, aber bequeme, geschlossene Schuhe sind eine vernünftigere Wahl als leichtes Schuhwerk mit dünner Sohle. Nützlich sind auch Kleidung nach dem Zwiebelprinzip, eine Regenjacke und etwas Warmes für die Kinder – selbst wenn der Morgen sonnig beginnt.

Nehmen Sie Wasser, ein aufgeladenes Handy und Bargeld mit. Manche regionalen Aussteller akzeptieren vielleicht Kartenzahlung, darauf sollten Sie sich aber nicht verlassen. Wenn Sie Oscypek (geräucherten Schafskäse), Bundz (frischen Schafskäse), Kunsthandwerk oder hausgemachte Spezialitäten aus der Region kaufen möchten, nehmen Sie eine Tasche mit, in der Ihre Einkäufe beim Spaziergang nicht beschädigt werden.

Familien mit Kindern und Menschen mit eingeschränkter Mobilität

Für Kinder ist der Zug der Schafe oft viel spannender als ein langes Bühnenprogramm. Suchen Sie sich jedoch frühzeitig einen Platz, von dem aus Ihr Kind die Strecke gut sehen kann, ohne direkt an der Bordsteinkante zu stehen. Die Menschenmenge, das Läuten der Glocken und die Nähe der Tiere können aufregend sein, für manche Kinder aber auch überwältigend.

Ein Kinderwagen oder Hilfsmittel für Menschen mit eingeschränkter Mobilität kommen auf den befestigten innerstädtischen Abschnitten gut zurecht, man muss jedoch mit viel Fußgängerverkehr rechnen. Prüfen Sie am besten vorab, ob der Veranstalter Bereiche ausweist, die für Familien, Senioren oder Rollstuhlfahrer bequemer sind. Fehlen solche Informationen, kommen Sie rechtzeitig und wählen Sie einen ruhigeren Beobachtungsplatz.

Wie beobachtet man den Redyk respektvoll gegenüber Tieren und Hirten?

Der Redyk ist keine Parade, bei der die Schafe für Fotos posieren sollen. Es ist der Zug von Tieren, geführt von Menschen, die eine ganz konkrete Arbeit verrichten. Das Beste, was Zuschauer tun können: die Strecke freihalten, nicht zwischen die Tiere gehen, nicht die Hände nach der Herde ausstrecken und aus der Nähe kein Blitzlicht verwenden.

Wenn Sie mit Hund kommen, informieren Sie sich vorab über die Regeln für Tiere auf dem Veranstaltungsgelände. Selbst ein ruhiger Hund kann auf Menschenmengen, Lärm und Schafe reagieren, und seine Anwesenheit kann die Herde unnötig stressen. Die Sicherheit der Tiere, der Hirten und der Besucher ist wichtiger als ein Platz direkt an der Strecke.

Fotografieren gehört an einem solchen Tag selbstverständlich dazu, doch ein paar einfache Regeln sollte man beachten. Blockieren Sie nicht den Weg, halten Sie die Hirten nicht auf, während sie die Herde führen, und ermuntern Sie Kinder nicht, sich den Schafen zu nähern. Ein gutes Foto gelingt auch von der Seite, mit ein paar Schritten Abstand. So bleibt der Redyk auch für alle, die hinter uns stehen, ein Erlebnis.

Regionaler Genuss ohne Eile

Hirtenfeste sind eine gute Gelegenheit, direkt bei lokalen Erzeugern einzukaufen und nach der Herkunft der Produkte zu fragen. Oscypek, Bundz oder Bryndza (ein würziger Schafskäse zum Streichen) unterscheiden sich in Geschmack, Räuchergrad und Verwendung in der Küche. Sie müssen nicht alle Namen oder Herstellungsregeln kennen – fragen Sie einfach am Stand, was man gleich probieren sollte und was sich zum Mitnehmen lohnt.

Nehmen Sie sich auch Zeit für ein Gespräch. Ein lokaler Markt funktioniert nicht wie ein schneller Onlineshop, und wer seine eigenen Erzeugnisse verkauft, kann oft am besten erzählen, wie Käse, Wollprodukte oder Kunsthandwerk entstehen. Gerade der Kontakt mit den Menschen unterscheidet eine solche Veranstaltung vom anonymen Einkauf – und sorgt dafür, dass das Geld in der Region bleibt.

Was sollte man kurz vor der Abreise prüfen?

Ein bis zwei Tage vor dem geplanten Besuch sollten Sie vier Dinge bestätigen: den aktuellen Beginn, die Route des Redyk, die Wettervorhersage sowie Anfahrt und Parkmöglichkeiten. Hilfreich ist auch zu prüfen, ob der Eintritt frei ist und ob einzelne Begleitveranstaltungen eine Anmeldung oder eine gesonderte Gebühr erfordern.

Wenn Sie von weit her anreisen, bauen Sie nicht den ganzen Tagesplan nur um die Uhrzeit des Umzugs herum auf. Szczawnica bietet Raum für einen gemütlichen Spaziergang, ein gutes Essen und Erholung, und das Herbstwetter kann durchaus zu Planänderungen führen. Lassen Sie sich einen zeitlichen Spielraum, statt alles in Eile abhaken zu wollen.

Den Großen Herbst-Redyk in Szczawnica erlebt man am besten ohne den Druck des perfekten Fotos und ohne straffen Zeitplan. Kommen Sie etwas früher, suchen Sie sich einen sicheren Platz an der Strecke, lauschen Sie den Glocken und lassen Sie die schlichte Rückkehr der Schafe von den Almen zu einem schönen Anlass werden, die Pieniny und ihre Menschen kennenzulernen.